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Ein Leben ohne Stillstand:
Die Innern und Äussern Reisen einer Violoncellistin.

Was denkt eine Musikerin, die beruflich viel in der Welt unterwegs ist, über das Reisen? Die argentinische Violoncellistin mit Sitz in Basel, Sol Gabetta, ist seit ihrem zehnten Lebensjahr ständig unterwegs. Reisewelten gab sie einen kurzen Einblick in ihr grosses, virtuoses Leben.

Ein Leben ohne Stillstand: Die inneren und äusseren Reisen einer Violoncellistin.

Eines vorweg: Sol Gabetta ist eine eindrucksvolle, aber gleichzeitig auch zurückhaltende, 25 Jahre junge Frau. Sie ist in den letzten Jahren zu einer der erfolgreichsten Cellistinnen weltweit geworden und gastierte bei einer Vielzahl von internationalen Orchestern; unter anderem beim Orchester der Komischen Oper in Berlin, der Wiener Kammerphilharmonie, dem Sinfonieorchester St. Petersburg oder auch dem Philharmonischen Orchester in Buenos Aires, um nur einige Stationen zu nennen.

Ein schnelles Leben

Wenn sie aber, so wie jetzt, über diese Reisen spricht, merkt man ihr dieses schnelle Leben auf angenehme Art und Weise nicht an. Das ständige Begehren von aussen, die vielen Einladungen und letztlich auch der Stress der Check-ins und Check-outs haben bei ihr keine negativen Spuren hinterlassen. Sie sagt fast entschuldigend: «Reisen bedeutet Alltag. Wie zur Schule oder zur Arbeit gehen.»

800 Kilometer zum Unterricht

Vielleicht sagt sie das auch, weil sie kein anderes Leben kennt. Als Tochter französisch-russischer Eltern startete Sol Gabetta ihre Karriere im Alter von gerade einmal sieben Jahren in ihrer argentinischen Heimatstadt Cordoba. Mit einem Dauerticket nach Buenos Aires. Denn ganze 800 Kilometer musste der Vater mit seiner jungen Tochter regelmässig in die argentinische Hauptstadt fahren, um das talentierte Mädchen von der renommierten Cellistin Christina Walewska ausbilden zu lassen. Die erste grosse Reise sozusagen, allerdings mit der genannten festen Regelmässigkeit. Wenige Jahre später, mit zehn Jahren, steht sie viele Kilometer entfernt in Europa. Ihr Ziel ist die Escuela Superior de Música Reina Sofia in Madrid. Sie besteht die Aufnahmeprüfung und studiert dort zwei Jahre, wechselt dann weiter nach Basel an die Musikakademie, wo sie acht Jahre lang studieren wird. Mittlerweile hat sie erfolgreich abgeschlossen und lehrt selbst in Basel.

Das direkte Erleben der Kulturen

Bei dieser beeindruckenden Vergangenheit und diesem ständigen Unterwegssein, welche ist da die Reise, die den nachhaltigsten Eindruck hinterlassen hat? Nicht eine Reise, sondern das ständige Reisen ist für sie das, was in Erinnerung bleibt. Das direkte Erleben der verschiedenen Kulturen, egal ob sie sich gerade in Peking, São Paulo, New York oder Tokio befindet, erfüllt, so Sol Gabetta. Zudem hat sie dazu ein probates Mittel im Gepäck, das ihr die internationale Kommunikation erleichtert: Die Musik, die wunderbare, internationale Sprache, kann überall «sprechen». Gabetta weiss: Dies ist eine unbezahlbare Bereicherung, von der ganzen Welt über das Wort hinaus verstanden zu werden.

Text: Nicole Zepter, freie Journalistin